Rauhkopf – Spitzingsee

Der Rauhkopf

Diesmal bin ich alleine unterwegs Richtung Berge. An diesem Juli Sonntag hat mich die Sonne früh Morgens schon geweckt. Doch um so näher ich meinem eigentlichen Ziel dem Tegernsee komme, um so schlechter wird das Wetter in meiner Lieblingswanderregion. Meine Stimmung verschlechtert sich wie das Wetter am Himmel. Doch umdrehen kommt nicht in Frage! Die Regenjacke ist eingepackt, dann wird eben nur eine kleine Tour gegangen. Kurzer Hand entschließe ich weiter bis zum Spitzingsee zu fahren und von der Talstation der Taubensteinbahn auszugehen. So muss ich, wenn es doch regnet, nicht patschnass absteigen, sondern fahre ggf. mit der Bahn herunter.

An der Talstation kann ich gemütlich mein Auto abstellen und die Wanderschuhe schnüren. Unter der Taubensteinbahn geht’s dann los. Ich folge der Bahn, mache so manchen Abstecher nach Links und Rechts, doch die Bahn habe ich immer im Blick. Linker Fuß – rechter Fuß… Langsam gewinne ich an Höhe. Die Steigung ist an diesem Tag für mich grad angenehm, obwohl es schon ganz schön nach oben geht. Ich treffe immer wieder Familien mit Kindern und viele andere Wanderer, doch einen Teil meines Wegs kann ich alleine gehen. Das ist mir an solchen Tagen immer am liebsten ist. Ich kann die Stille genießen, gehe mein Tempo und meine Gedanken schweifen ab.

Nach einiger Zeit geht es in den Wald hinein, es geht fast gerade weiter und lässt mich durchatmen. An einem kleine Bach entlang geht der Weg und steigt dann schnell wieder an. Schatten ist hier Fehlanzeige und so bin ich froh, dass das Wetter zwar besser, aber nicht richtig gut geworden ist. Auf dem Sattel oben angekommen, sieht man zur rechten auch die Bergstation der Taubensteinbahn. Und ich bin ein wenig stolz auf mich, dass ich diese nicht genommen , sondern mich selbst „hochgeschleppt“ habe. Doch jetzt kommt die Qual der Wahl – zwei Gipfel sind von hier aus zu erreichen. Der Taubenstein oder der Rauhkopf sind beide in 20 Minuten zu gehen. Doch beide sind von hier nicht zu sehen, die Wolken hängen tief und gewähren keinen Blick zum Gipfel.

Ich entscheide kurzer Hand erstmal auf der Taubensteinhütte Rast zu machen. Zwar habe ich natürlich meine obligatorische Brotzeit dabei, doch gegen ein kühles Radler, habe ich gerade nichts. Auf der Hütte sind von den zahlreichen Plätzen nur einige besetzt und so kann ich den Aufenthalt voll genießen. Dann entscheide ich aber doch, nicht ohne einen Gipfel nach Hause zu fahren. Der Rauhkopf soll es sein. In 20 Minuten ist man vom Sattel am Gipfelkreuz. Nur die letzten paar Meter sind etwas anstrengend, dafür werde ich mit exklusiver Zeit auf dem Gipfel belohnt.Ich bin Mutterseelenallein und kann meine Brotzeit in Ruhe genießen. Es ist herrlich. Nur die Wolken haben kein Einsehen und gewähren mir keinen Blick in die umliegende Bergwelt. Aber das ist alles nicht so schlimm, bei schönem Wetter könnte ich sicher nicht diese Ruhe genießen.

Kurz bevor ich den Abstieg antrete, kommen dann doch noch andere Wanderer. Auch ihnen möchte ich diese Ruhe gönnen und verabschiede mich nach einem kurzen Ratsch. Vom Gipfel hinunter biege ich diesmal rechts ab und gehe den wenig genutzten Weg über eine Wiese. Das Wetter hält aus und ich freue mich nach dieser gelungenen Wanderung auch noch den Abstieg mitzunehmen. Im Tal stelle ich dann fest, dass ich mir diesmal eine ganz schöne Blase gelaufen habe, wer weiß warum… Aber das ist egal, denn es war ein wunderschöner Ausflug.

Höhenangaben: Taubensteinbahn (Talstation) 1085m – Taubenstein Haus 1567m – Rauhkopf 1689m

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