Jochberg – Walchensee

Ein herrlicher August-Tag, perfekt für eine kleine Tour.

Also: Ab ins Auto Richtung Walchensee, heute steht der Jochberg auf dem Programm. Für die Münchner ist es ein Hausberg, ich muss ihn mir erstmal erarbeiten. Als ich um kurz vor 9 Uhr am Wanderparkplatz Kesselberg ankomme, ergattere ich den letzten Parkplatz. Die anderen Wanderer sind wohl schon früher unterwegs, aber für mich reicht 9 Uhr für diesen kurzen Aufstieg vollkommen.

Voller Vorfreude starte ich. Ich freue mich auf den Berg und ich freue mich meine neueste Errungenschaft auszuprobieren. Für meinen Wanderrucksack habe ich mir ein Trinkpack gekauft. Tarnen und täuschen, denn ich finde es sieht nach „Sportskanone“ aus und das bin ich weiß Gott nicht. Aber ich bin dieses ständige aus dem Rucksack – in den Rucksack Geschiebe der Flasche leid. Spätestens nach dem zweiten Mal finde ich im Rucksack nichts mehr und die Flasche steht auch nicht mehr so gut wie Anfangs. Jetzt muss ich nur den Schlauch nehmen und kann gemütlich weitergehen. Es ist einfach perfekt!

IMG_5525Die ersten Meter beginne ich zu schnell. Deshalb komme ich gleich außer Atem, denn Anfangs geht es nur über Stufen den Berg hinauf. Doch langsam gewöhne ich mich dran. Meins ist es zwar nicht, die Stufen kosten mich einfach zu viel Kraft, aber umdrehen gibt es bei mir nicht. Und so schleppe ich mich Meter für Meter nach oben.  Obwohl mir immer wieder Wanderer begegnen – die einen schon wieder bergabwärts, die anderen überholen mich auf dem Weg nach oben – habe ich viel Zeit für mich und meine Gedanken. Bei einem Fotostopp höre ich einen Wanderer von oben zwei Kinder anfeuern „Hey super! Ihr seid ja schon so weit oben! Jetzt habt ihr nicht mehr weit!“ motiviert der Wanderer, der sich schon auf dem Abstieg befindet, die Kinder, die mit ihren Eltern ein Stück vor mir den Berg hinauf schnaufen. Ich schmunzle, solch ein Miteinander gibt es eben nur in den Bergen. Als er mir entgegenkommt, rufe ich ihm zu „Schade, dass hier nicht jeder Wanderer so begrüßt wird“ und lache. Da kommt er auf mich zu und sagt „Manche werden begrüßt und manche werden geherzt!“ Er schließt mich in seine Arme, drückt mich zur „Begrüßung“ und wünscht mir einen guten Aufstieg. Bayerische Herzlichkeit vom Feinsten, das liebe ich am Wandern.

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Langsam werden die Stufen weniger, der Wanderweg führt durch einen schönen Latschenwald. Dann die Entscheidung: Erst Alm oder erst Gipfel? Da es für’s Mittagessen sowieso noch zu früh ist, biege ich Richtung Gipfel ab. Es sind noch 45 Minuten zu gehen, erst auf den letzten Metern ist kein Schatten mehr. Wer oben ankommt wird mit einem wunderschönen Blick über den Walchensee und den Kochelsee belohnt. Überall auf dem großen Gipfel sitzen die Wanderer in der Sonne und genießen. Und ich – ich tue es ihnen gleich. Ich mache es mir bequem und döse etwas. Gut 2 Stunden habe ich gebraucht, ich bin zufrieden mit mir.

Blick vom Jochberg

Blick vom Jochberg

IMG_5572Dann treibt mich der Hunger aber doch in die nicht weit entfernte Alm. Langes anstehen und nur wenige Plätze lassen mich überlegen, ob ich wirklich „Brotzeit mache“. Aber ich will nicht mit der Tradition des Gipfelbiers brechen, also hole ich mir ein Weißbier und einen Speckteller. So gut das Bier ist, so enttäuscht bin ich vom Speckbrett. 7 Scheiben Speck für 7,50 Euro – das sind gesalzene Preise und wenn dazu die Qualität nicht stimmt, ist das echt ärgerlich….

Egal, nach einer nur kurzen Rast mache ich mich auf den Heimweg. Leider wähle ich den „falschen“ Weg. Auf der Schotterstraße, die wohl eher für Mountainbiker denn für Wanderer gedacht ist, geht es Richtung Walchensee. Ich bin bei dem steilen Weg froh, dass ich meine Wanderstöcke dabei habe. Andere Wanderer vor mir sind bereits gestürzt. Gut, dass ich mein erste Hilfe Set im Rucksack habe und ein Pflaster anbieten kann. Der „falsche“ Weg war es für mich, weil ich leider nicht am Wanderparkplatz direkt angekommen bin, sondern an einem kleinen Strand am Walchensee. Und mit mir sind hier zahlreiche andere Wanderer angekommen. Überall liegen Wanderschuhe und Rucksäcke am Boden und man sieht Wanderer bis zu den Waden im angenehm kühlen Wasser stehen. Das kann ich mich auch nicht entgehen lassen. Natürlich habe ich wieder kein Handtuch dabei. So oft habe ich mir gedacht, dass ich eines einpacken muss. Naja, also wieder Rast in der Sonne und warten bis die Füsse trocken sind. Ich sehe in der Zeit den Windsurfern zu, die mit einem „Affenzahn“ über den See sausen. Es könnte wirklich schlimmer sein, den „falschen“ Weg genommen zu haben.

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Entlang des Sees führt mich jetzt mein Weg bis zurück zu meinem Auto. Es ist noch ein ganz schönes Stück zu gehen, bis ich wieder am Parkplatz bin. Eigentlich ist es sehr schön, doch ich mag solche „Hatscher“ am Ende einer Wanderung nicht. Und erst recht nicht, wenn ich am Schluss noch einmal ca. 50 Höhenmeter zum Parkplatz aufsteigen muss.

Naja, beim nächsten Mal bin ich schlauer und gehe den anderen Weg wieder hinunter. Zum Baden am Walchensee kann man dann nach Ende der Bergtour auch mit dem Auto fahren 😉

Höhenangaben: Parkplatz Kesselberg 850m – Jochberg 1565m – Jocheralm 1382m – Ufer Walchensee 800m

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