Freudensprung ab jetzt sogar mit Juchizer – Jodelkurs auf dem Hochfelln

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Aussicht vom Hochfelln

Wenn ich in der Vergangenheit zu einem Freudensprung angesetzt habe, habe ich mich – vor allem wenn ich dabei auf einem Berg stand – immer geärgert, dass ich nicht „juchizen“ oder wenigstens jodeln kann. Ich habe alle beneidet, die diese urbayerische Art der Kommunikation beherrschen. Vor 3 Jahren nun habe ich von ganz lieben Freunden einen entsprechenden Jochen Schweizer Gutschein geschenkt bekommen. Lebensfreude heißt er und was drückt in Bayern mehr Lebensfreude aus, als das Jodeln. 3 Jahre lag er nun bei mir zu Hause. 3 Jahre in denen ich immer wieder gesagt habe, jetzt lerne ich das Jodeln. 3 Jahre in denen ich dann doch zu viel Angst hatte, dass ich es nicht lerne. Und auch ein Bisschen, dass zu viele Preißen (Entschuldigung – nicht Bayern eben) dabei sein werden und das Seminar ins Lächerliche ziehen. Aber um den Gutschein verfallen zu lassen, war er mir auch zu schade. Also habe ich vor einigen Wochen meinen Jodelkurs bei Josef Ecker gebucht.

Bei brütender Hitze sind wir am Sonntag mit der Seilbahn auf den Hochfelln gefahren. Eine Gruppe von knapp 40 Jodel-Anfängern. Hinter der Kapelle nahmen wir dann  Aufstellung, die Männer zur Linken unseres Jodel-Lehrers, die Frauen in zwei Gruppen (Küken und Hühner) aufgeteilt zu seiner Rechten. Die Lockerungsübungen dienten nicht nur zur körperlichen Lockerung sondern auch etwas zur Lockerung der Stimmung. Schnell hatte uns das bayerische Urgestein Josef (jetzt beim du – weil es ja bekanntlich über 1.000 Meter kein „Sie“ mehr gibt) voll in seinen Bann gezogen. Er erklärte uns „Die Fliege „dü“ fliegt auf dem Hochfelln spazieren und schaut was hier so los ist – das hört sich so an: Düüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüü. Nun trifft sie die Flieg „rü“, auch „rü“ fliegt rum und das hört sich so an „rüüüüüüüüüüüüüüüüü“ und am Schluss treffen sie noch die spanische und etwas dickliche (tiefer gesungen bzw. gejodelt) Fliege „Hulio“.“ Das Treffen dieser drei Gestalten war dann unser erster Jodler. Und mal ganz ehrlich – für’s erste Mal hörte es sich gar nicht schlecht.

Josef lernte uns verschiedene Lieder bei denen wir ganz unterschiedliche Arten zu jodeln kennenlernten. Mal beschwingt, wie beim „hätt i di“, mal Kindheitserinnerungen hervorrufend, wie bei „Bergvagabunden“ und für mich am beeindruckendsten mal auch ganz leise und stimmungsvoll, wie beim Andachtsjodler. Und immer wieder zitierte einer der Jodelschüler den berühmten Sketch von Loriot. „Frau möchte eben auch was Eigenes haben“ 🙂

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Die Jodelschüler mit Josef Ecker

Wir kamen gut voran und hatten uns nach zahlreichen Liedern nun wirklich eine Brotzeit verdient. Mit der Seilbahn ging’s dann runter zur Mittelstation wo wir ein paar Meter zur Bründling Alm gingen . Von ihr hatten wir am Vormittag schon gesungen und nun nahmen wir hier im Schatten Aufstellung zur zweiten Runde Jodel-Seminar – „damit das auch etwas wird mit dem Diplom, dass uns am Ende des Tages winkt.“ spaßten wir Schüler untereinander. Die Gäste auf der Alm zeigten sich begeistert von der Darbietung, mittlerweile hörten wir uns ganz gut an. Und als wir den Balztanz übten, waren sie zumindest gut unterhalten. Meine Oma würde sagen „Schön nicht, aber selten.“

Foto 3

Das Jodeldiplom!

 

 

Der Höhepunkt des Nachmittags rückte unweigerlich näher, die Verleihung des Diploms. Ich glaube, das war für Josef der anstrengendste Teil des Tages. Knapp 40 Mal, Hände schütteln, das Diplom übergeben und natürlich noch in die Kamera für das Erinnerungsfoto lächeln. Mittlerweile hatten wir Jodelschüler schon ein Wir-Gefühl entwickelt und bejubelten jeden Diplom-Jodler mit dem frisch erworbenen Kenntnissen. Und irgendwann war dann auch ich an der Reihe: Das Jodeldiplom für Katrin Plewka! Juuu hu hu hu!  Endlich hab ich auch was Eigenes!

Darauf einen Freudensprung! „Hulio düüüü rüüüüü Juuu hu hu hu!“

 

PS: Ich hab mir übrigens die Lern-CD von Josef gekauft und übe jetzt unterm Autofahren jodeln. Also wenn es euch an der Ampel, im Stau oder einfach auf der Straße aus einem weißen Auto entgegenjodelt, könnte das ich sein. 🙂 

Und wer auch mal möchte, hier geht’s zum Jodelkaiser Josef Ecker – oder ihr nutzt einen Jochen Schweizer Gutschein 😉

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5 Gedanken zu “Freudensprung ab jetzt sogar mit Juchizer – Jodelkurs auf dem Hochfelln

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