Auf den Spuren des Kini – Wochenendausflüge zu bay. Schlössern

Es ist idyllisch, faszinierend und fast schon wie im Bilderbuch – auf der Marienbrücke über dem Schloss Neuschwanstein herrscht hektisches Gedränge. Hunderte Touristen kämpfen um den besten Platz um das typische Foto von Bayerns bekanntester Sehenswürdigkeit zu machen. In allen Sprachen hört man „Bitte lächeln“ und mitten drin auch auf bayerisch. Denn zusammen mit einer Freundin habe ich mich auf eine Schlösser-Tour gemacht. Aber mal von Anfang an.

Ein perfektes Herbstwochenende lud uns ein uns auf die Spuren von König Ludwig II, unserem Kini, zu machen. Erster Stopp: Schloss Lindenhof. Samstag Vormittag bei perfektem Ausflugswetter machten wir uns schon auf lange Warteschlangen gefasst, doch zu unserer Verwunderung hatten wir Glück. Wir spazierten in aller Ruhe etwas durch den Park und schneller als wir uns versahen standen wir schon mitten drin in dem kleinen aber feinen Schloss. Die Führerin zeigte uns das berühmte „Tischlein deck dich“,  erklärte uns die beleuchtbare Sternendecke im Schlafzimmer des Königs und schmunzelte als wir alle mit offenen Mund im beeindruckenden Spiegelsaal standen.

Nach der Führung durch das Schloss erkundeten wir den weitläufigen Park und waren hier fast noch faszinierter als vom Schloss. Das Marokkanische Haus und der Maurische Kiosk verschlugen uns schlichtweg die Sprache.

Das Highlight im Park ist aber zweifelsohne die Venusgrotte. In dieser künstlichen Grotte setzte sich der „Kini“ vermutlich des öfteren in das Boot und lauschte seinem Lieblingskomponisten Wagner. Eine rein künstlich geschaffene Grotte, das Wasser beheizbar, die Farbe des Lichts veränderbar – das alles war schon zu Ludwigszeiten so. Und langsam ist klar, warum ihn viele seiner Zeitgenossen (und wohl auch viele heutzutage) für verrückt halten. Ich würde ihn lieber exzentrisch nennen – und das mit voller Bewunderung.

Als nächstes auf unserem Plan: die Wieskirche. Eine wunderschöne Wallfahrtskirche, die man einfach gesehen haben muss.

 

 

Nach einer Nacht in der Nähe von Füssen, standen dann Hohenschwangau und Neuschwanstein auf unserem Programm. Wir begonnen in Hohenschwangau, der sogenannten Kinderstube des jungen König Ludwigs II. Ein wunderschönes Schloss, dessen Interieur gut erhalten ist, präsentiert sich hier im Schatten des weltbekannten Neuschwanstein. Aber es steht dem in Nichts nach.

 

Und trotzdem darf natürlich auch der Besuch in Neuschwanstein nicht fehlen. Obwohl viele die bereits dort waren uns gewarnt hatten, dass nicht so viel zu sehen sei, haben wir natürlich die Führung gemacht. Und waren einfach nur begeistert. Jeder Raum war einzigartig, faszinierend und atemberaubend. Hier hätten wir uns länger aufhalten, mehr sehen, mehr staunen wollen. Doch der Zeitplan hier ist sehr eng. 1,4 Millionen Besucher sollen jährlich das Schloss bestaunen, klar, dass hier nicht unendlich Zeit bleibt. So viel Prunk, dass uns regelrecht die Worte fehlten und wir es in der kurzen Zeit der Führung nicht erfassen konnten.

 

Auch wenn König Ludwig nie gewollte hatte, dass Touristenscharen durch seine edlen Gemächer geführt werden, bin ich mir sicher, dass er sich gefreut hätte über das was seine Bauten auslösen. Denn beeindrucken wollte er – und bei mir hat er das alle mal geschafft.

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