All über all auf den Tannenspitzen – Wunschbaum in Dachau

All über all auf den Tannenspitzen, sah ich kleine Wunschzettel blitzen….

Von wegen „stade“ Zeit – in der Vorweihnachtszeit sind wir doch oftmals getrieben von Weihnachtsfeiern, Christkindlmarktbesuchen und natürlich dem alljährlichen Geschenke-Einkaufs-Marathon. Da werden monströse Ritterburgen gekauft, teure Barbie-Autos in knall pink verpackt oder natürlich Spielekonsolen für die Kinder, und ein Bisschen auch für Papa, ausgesucht. Höher, weiter, schneller oder im Geschenkewahn: ausgefallener, größer, teurer, heißt die Devise. Dabei ist es an Weihnachten doch etwas anderes das zählt, oder? Wenn ich an Weihnachten denke, dann denke ich an Zeit mit der Familie, einen reich gedeckten Tisch und ja auch an Geschenke. Ich muss gestehen, ich verschenke unglaublich gerne. Ich mache meinen Lieben einfach gern eine Freude. Und ich werde auch gern beschenkt. Nicht weil ich etwas wirklich brauche, sondern weil ich es schön finde zu sehen, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, was mir gefallen könnte.

Aber zur Zeit denke ich unweigerlich auch an die, denen es nicht so gut geht. Eine sehr gute Freundin von mir unterstützt gerade Flüchtlinge beim Deutsch lernen. Deshalb ist das Thema für mich nicht einfach nur eine Schlagzeile in der Zeitung sondern ist mir etwas näher. Ich frage mich, wie diese Menschen, die ein solch schweres Jahr hinter sich haben, Weihnachten feiern werden. Aber war es wirklich nur ein schweres Jahr – ist es nicht schon ihr ganzes Leben lang schwer? Und ich frage mich, wie sozial schwache Familien in Deutschland Weihnachten feiern werden. Wenn es doch unterm Jahr schon hinten und vorne nicht reicht. Wie sollen die Eltern den Kindern mit kleinen Geschenken eine Freude machen?

In vielen Städten gibt es auch in diesem Jahr wieder Wunschbäume. An einem Christbaum finden sich Weihnachtswünsche von Menschen, denen es nicht so gut geht wie mir. Kinder wünschen sich Spielzeug. Und für manchen Erwachsenen ist der größte Weihnachtswunsch ein neuer Schlafanzug. Schon im letzten Jahr habe ich diese Aktion unterstütz und einem Kind einen Wunsch erfüllt. Der kleine Mann hatte geschrieben, dass er sich ein Spielzeug von Lego wünscht. Er sei aber auch zufrieden, wenn es nur eine Kleinigkeit gäbe. Ein ganz bestimmtes kleines Spielzeugauto würde er gern haben, das wäre auch nicht teuer, aber er würde es sich wünschen. Ich war gerührt und habe beides gekauft, denn was sind 3 oder 4 Euro mehr, wenn man damit einen Wunsch erfüllen kann? Ich hoffe, der kleine Mann hat sich über die Geschenke gefreut. Und auch dieses Jahr hoffe ich, dass ein kleines Kind – noch nicht mal 2 Jahre alt – sich über das Geschenk freuen wird und vielleicht an Weihnachten ein paar schöne Stunden mit den neuen Bauklötzen verbringen wird. Es ist wirklich keine große Sache, eigentlich fast nicht der Rede wert. Und trotzdem freue ich mich jedes Jahr, wenn ich Christkind spielen und mit dem Geschenk einem Kind eine Freude machen kann.

 

Schönen 1. Advent euch allen! Vielleicht steht ja auch bei euch in der Nähe ein Wunschbaum…

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Ein Gedanke zu “All über all auf den Tannenspitzen – Wunschbaum in Dachau

  1. „Aber ist es nicht schon ein ganzes Leben lang schwer?“ Vielen Dank für diesen Satz! Weil er sich von all dieser Oberflächlichkeit entfernt, die unser Weihnachtsfest in manchen Bereichen mittlerweile prägt. Du bist eine Gute. Die Idee mit den Wunschbäumen ist toll!

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