Einmal um die Welt…

Bequemes Schuhwerk, eine Flasche Wasser und Sonnenschutz mehr brauche ich nicht für die kleine Weltreise, die ich an diesem Spätsommertag vor habe. Ja genau richtig gelesen, eine Weltreise an nur einem Tag. So fühlt er sich für mich jedenfalls an, der Tag auf der EXPO.

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Die Weltausstellung ist in diesem Jahr in Mailand und lockt zehntausende Besucher täglich an. Weltausstellung. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ich denke sofort an den Parise Eifelturm (Weltausstellung 1889), das Atomium in Brüssel ( Weltausstellung 1958) und natürlich meine erste Weltreise – der EXPO Besuch, den mir mein Vater zum 18. Geburtstag geschenkt hatte (Weltausstellung 2000). 2015 in Mailand präsentieren also 145 Länder in ihren Pavillons die Länder, die Kultur und alles zum Thema Ernährung. Denn das Thema in diesem Jahr ist „Feeding the planet, energy for life“. Und wir, mein Papa, seine Freundin und ich waren mit dabei.

Unser Besuch startete mit einem Abstecher in Nepal. Ein Tempel mit den bunten Gebetsfahnen hat uns willkommen geheißen und auf einen Tag mit vielen wunderbaren Eindrücken eingestimmt. Hier ging auch die Jagd nach den Länderstempeln los. Am Eingang gab es einen sog. EXPO Pass zu kaufen, hier konnte man wie in einem Reisepass Länderstempel sammeln. Und was soll ich sagen. Am Ende des Tages waren es über 30 Stempel in meinem Pass.

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In Vietnam haben wir uns über die Besucher mit den typischen Kopfbedeckungen amüsiert, die Afrikanischen Ländern haben vor allem Souvenirs verkauft und für einen Cocktail in Cuba, war es bei unserem Besuch eindeutig zu früh. Das erste Mal so richtig der Mund offen stehen, blieb uns beim Pavillon von Aserbaidschan. Nie hätte ich so einen tollen und informativen Pavillon erwartet. Vor allem die Felder aus LED-Lampen, die bei Berührung die Farben ändern und Töne von sich geben, hatten es den Besuchern angetan.

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Ein großes Gebäude mutete wie riesen Sanddüne an und die lange Besucherschlange vor den Toren verhieß eine gute Ausstellung – Willkommen in den vereinigten Arabischen Emiraten. Wir entschieden die Stunde Wartezeit in Kauf zu nehmen und stellten uns ebenfalls an. Im Inneren der Düne erfuhren wir dann, dass diese großen Platten tatsächlich aus Wüstensand gepresst wurden – und mit Glasfiber verstärkt. In den beiden ersten Ausstellungsteilen erklärten Schaukästen die Probleme der Arabischen Emirate beim Thema Wasser- und Energiegewinnung. Im nächsten Bereich, einem kleinen Kinosaal, wurde dann ein Film zum gleichen Thema gezeigt. Nach einigen Info-Ständen am Ende gab es für alle noch einen Arabischen Kaffee und neben dem Länderstempel den eigenen Namen in Arabischer Schrift.

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Nach einer kurzen Stärkung ging es dann für uns weiter. In Ungarn erinnerten uns die Paprikaschoten unter der Decke an die Urlaube in meiner Kindheit, der moderne aber informative spanische Pavillon machte Lust auf Serano Schinken, tolles spanisches Olivenöl und die Sterneküche der Spanier und im Iran duftete es wunderbar nach den unterschiedlichsten Kräutern.

Kuwait war unser nächster großer Halt. Im ersten Raum mit einer Kuppel und einer 180 Grad Leinwand flogen wir mit einem Adler über das Land und sind in einer Art Spiegelsalon in ein Gewitter gekommen sind, wurden den Besuchern in der Ausstellung  Bräuche und Gepflogenheiten näher gebracht. Und wieder einmal ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass es hier schon schön sei… in Kuwait.

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150 Minuten Wartezeit – das war mal eine Ansage! So lange hätten wir für die Ausstellung des deutschen Pavillons anstehen müssen. 150 Minuten war uns dann doch etwas zu viel, obwohl das Ausstellungskonzept anscheinend unglaublich gewesen sein muss. Schon etwas enttäuscht, dass wir gerade Deutschland keinen Besuch abstatten konnten, wollten wir grad weitergehen, also wir den Zugang zum Panoramadeck gesehen haben. Schnell war klar „Das sehen wir uns an“. Den wunderbaren Picknick Bereich nutzten wir dann ausgiebig um die müden Füße hochzulegen und ein echt bayerisches Bier zu trinken. Ein Bisschen Heimat auf der Weltreise schadet auch nicht.

Doch das kulinarische Highlight unseres Ausflugs kam erst noch… und zwar in Russland. Hier beeindruckte eine sehr moderne Ausstellung, die in einem netten Cafe endete. Dort entschieden wir spontan ein Kaviar Tasting zu machen. Kaviar essen mein Papa und ich wirklich gerne – allerdings eben immer den billigen aus dem Supermarkt. Diesmal gab es 10gr. echten Beluga Kaviar für jeden von uns und dazu eine Erklärung wie man Kaviar richtig esse und ihn voll und ganz genießen kann. Und ganz ehrlich, es ist ein teurer Spaß aber das war’s wirklich wert. Am Schluss wurde in echter russischer Manier mit einem Wodka angestoßen.

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Ich könnte noch von ganz vielen anderen Ländern erzählen, doch eines möchte ich zum Schluss auf keinen Fall vergessen: China. Wie ein Drache schuppt sich das Dach auf dem Chinesischen Pavillon und innen drin sind die unendlichen Felder Chinas mit einem, die Farben ständig wechselnden, Lichtermeer angedeutet. Wunderschön! Hier haben wir dann auch zu Abend gegessen und ich muss sagen, es war fast so gut, wie damals in meinem China Urlaub.

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Den krönenden Abschluss dieses Tages gab es dann am „Tree of Life„, dem Wahrzeichen der diesjährigen Expo. Ein Farbenspiel, mit Wasserfontänen und Feuerwerk, selbstverständlich alles zu passender Musik. Es war fast ein Gefühl wie an Silvester wenn jeder das Feuerwerk mit einem staunenden „Ah“ und „Oh“ kommentiert. Der perfekte Abschluss eben für einen perfekten Tag.

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Grande Finale!!! #treeoflife #expo2015 – es war mir ein Fest! #onceinalifetime #zuschönumwahrzusein #mailand #milano #italy

Ein von Katrin Plewka (@freudenspruenge) gepostetes Video am 8. Sep 2015 um 10:56 Uhr

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